Es werden drei Coaching-Ansätze vorgestellt: Remedial Coaching zur Lösung akuter Probleme, Developmental Coaching zur langfristigen persönlichen Entwicklung und High-Performance Coaching zur Maximierung von Leistung. Jeder Ansatz hat spezifische Ziele und Methoden, um individuelle Bedürfnisse zu adressieren und Wachstum zu fördern.

Remedial, Developmental und High-Performance Coaching

In meiner Arbeit begegnen mir oft Menschen, die zwar Coaching für sich entdeckt haben, aber nicht genau wissen, welcher Coaching-Ansatz wirklich zu ihren Bedürfnissen passt. Neulich erzählte mir eine Klientin, dass sie sich zwar nach Veränderung sehnt, aber unsicher ist, ob sie eher an ihren akuten Herausforderungen arbeiten oder ihre langfristige Entwicklung angehen sollte – eine Frage, die viele beschäftigt.

Um dir dabei zu helfen, das Richtige für dich zu wählen, stelle ich dir hier ausführlich drei wichtige Coaching-Methoden vor: Remedial CoachingDevelopmental Coaching und High-Performance Coaching. Diese drei Ansätze decken ein breites Spektrum an Coaching-Bedürfnissen ab – von akuten Herausforderungen über persönliche Weiterentwicklung bis hin zur Leistungsoptimierung – und begegnen mir in meiner Praxis besonders häufig.

Ergänzend nutze ich Beispiele aus meinem Blog Dialoglabor, um die Anwendungsmöglichkeiten praxisnah zu veranschaulichen – etwa im Beitrag „Wenn genug gesagt ist – warum Aufhören eine Führungskompetenz ist“, der ein typisches Beispiel für Remedial Coaching liefert.


Überblick über die drei Coaching-Ansätze

Coaching-AnsatzZielsetzungTypische SituationCoach-Rolle
Remedial CoachingKonkrete Probleme behebenLeistungseinbrüche, akute KonflikteDirektiv, strukturgebend
Developmental CoachingPersönliche Entwicklung und PotenzialentfaltungVeränderungswunsch, neue RolleBegleitend, fragend
High-Performance CoachingLeistungsoptimierung auf hohem NiveauSpitzenkräfte mit Ambition auf ExzellenzStrategisch, fordernd

Mit diesem Überblick hast du eine erste Orientierung, welcher Coaching-Ansatz zu deiner aktuellen Situation passen könnte. In den folgenden Abschnitten gehe ich auf jeden dieser Ansätze detailliert ein – mit typischen Abläufen, Wirkprinzipien und Beispielen aus meiner Praxis.

Ich lade dich ein, beim Lesen auch für dich selbst zu reflektieren: Wo stehst du gerade? Was brauchst du wirklich – Unterstützung, Entwicklung oder Inspiration für die nächste Stufe?

1. Remedial Coaching – gezielte Problemlösung

Was ist Remedial Coaching?

Remedial Coaching ist ein Ansatz, der darauf abzielt, akute Probleme oder Leistungsschwächen gezielt zu beheben. Im Zentrum steht nicht die langfristige Entwicklung, sondern die Wiederherstellung von Funktionalität in konkreten beruflichen Kontexten. Es richtet sich an Situationen, in denen Verhalten nicht den Erwartungen entspricht und eine zeitnahe Veränderung erforderlich ist.

Ein klassisches Beispiel für dieses Vorgehen findet sich in dem Buch Coaching for Improved Work Performance von Ferdinand F. Fournies. Dort beschreibt Fournies etwa die Situation eines Mitarbeiters, der regelmäßig zu spät kommt. Anstatt sofort auf Disziplinarmaßnahmen zu setzen, empfiehlt er, systematisch zu prüfen: Weiß die Person, dass Pünktlichkeit erwartet wird? Weiß sie, wie sie ihre Zeit organisieren kann? Gibt es äußere Hindernisse? Diese strukturierte Ursachenklärung ist ein Kernelement des Remedial Coachings und spiegelt sich auch in meinem eigenen Ansatz mit dem Leitfaden Dialogschwellen wider. Fournies formuliert eine zentrale Frage: "Warum machen Mitarbeiter nicht, was sie tun sollen?" Die Antworten liegen oft nicht in mangelnder Motivation, sondern in unklarer Kommunikation, fehlender Schulung oder ungünstigen Rahmenbedingungen. Diese Perspektive bildete die Grundlage für meinen eigenen "Leitfaden Dialogschwellen".

Wie läuft das ab?

Im Remedial Coaching nimmt der Coach eine klar strukturierende, teilweise direktive Rolle ein. Es geht darum, Verhalten zu analysieren, Ursachen aufzudecken und durch gezielte Interventionen schnelle Verbesserungen zu erzielen. Grundlage dafür ist ein systematischer Klärungsprozess. Hier kommt der Leitfaden „Dialogschwellen“ ins Spiel:

Ein solcher Klärungsdialog könnte sich an folgenden Fragen orientieren:

  1. Weiß die Person, dass ihr Verhalten oder Ergebnis nicht zufriedenstellend ist? Wenn nicht: Zuerst transparentes Feedback geben.
  2. Weiß sie, was sie konkret tun soll? Wenn nicht: Klare Anweisungen formulieren.
  3. Weiß sie, wie sie es tun soll? Wenn nicht: Anleitung geben oder gemeinsam üben.
  4. Weiß sie, warum es wichtig ist? Wenn nicht: Den Sinn vermitteln und den Zusammenhang zur Rolle und Verantwortung verdeutlichen.
  5. Gibt es Hindernisse außerhalb ihres Einflusses? Wenn ja: Hilfe anbieten, diese Hindernisse zu beseitigen.
  6. Gibt es widersprüchliche Konsequenzen? (z. B. negative Folgen trotz richtiger Handlung) Dann: Rahmenbedingungen überdenken und anpassen.

Dieses strukturierte Vorgehen hilft, das eigentliche Problem zu identifizieren, anstatt Symptome zu behandeln. Häufig wird z. B. ein Leistungsabfall vorschnell als mangelndes Engagement gedeutet, obwohl die Ursache in unklaren Erwartungen oder widersprüchlichen Rahmenbedingungen liegt – ein klassisches Missverständnis, das durch gezielte Klärung vermieden werden kann. Es reduziert Eskalationen und verhindert vorschnelle Bewertungen.

Praxisbeispiele:

  • In einem Projektteam versäumte ein Mitarbeiter wiederholt Deadlines. Die Analyse zeigte: Ihm war unklar, welche Priorität seine Aufgaben hatten. Erst durch die Klärung der Dialogschwellen wurde deutlich, dass es nicht an Arbeitsverweigerung lag, sondern an mangelnder Kommunikation. Durch klare Zielabsprachen und wöchentliche Check-ins konnte die Verbindlichkeit gestärkt werden.
  • Eine Führungskraft hatte Schwierigkeiten mit einer Mitarbeiterin, deren Tonfall in E-Mails als konfrontativ wahrgenommen wurde. Im Coaching wurden konkrete Beispiele analysiert, die Kommunikationswirkung reflektiert und neue Formulierungen gemeinsam erarbeitet. Hier zeigte sich, wie stark Wahrnehmung, Kontext und Intention auseinanderfallen können – und wie wichtig es ist, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten, sondern gemeinsam zu verstehen.

Ressourcenorientierung nicht vergessen Hilfreich ist dabei das Five-Step Model of Appreciative Coaching (White & Barnett, 2014), das auch in Remedial Settings positive Potenziale sichtbar macht:

  1. Vertrauen aufbauen
  2. Stärken erkennen
  3. Zukunftsbild entwickeln
  4. Handlungsplan gestalten
  5. Erfolge feiern

Diese fünf Schritte lassen sich auch im Remedial Coaching wirkungsvoll einsetzen:

  1. Vertrauen aufbauenBevor Veränderungen gelingen können, braucht es eine tragfähige Beziehung. Gerade im Remedial Coaching, das oft in einem Kontext von Leistungsdruck oder Konflikten stattfindet, ist es entscheidend, einen sicheren Raum zu schaffen. Das bedeutet: zuhören, nicht bewerten, echtes Interesse zeigen.
  2. Stärken erkennenAuch bei Problemen gibt es immer Ressourcen. Der Blick auf das, was funktioniert (z. B. Engagement, Fachwissen, Teamfähigkeit), ermöglicht eine Balance zur Defizitanalyse. Dies kann zum Beispiel durch Fragen geschehen wie: „Was hat in der Vergangenheit gut funktioniert?“, „Worauf kannst du dich verlassen, wenn es schwierig wird?“
  3. Zukunftsbild entwickelnStatt sich nur mit dem Problem zu beschäftigen, hilft es, ein positives Zielbild zu entwerfen. Wie sieht die Situation aus, wenn das Problem gelöst ist? Welche Wirkung hätte das auf die Zusammenarbeit, auf den Arbeitsalltag, auf die Motivation? Diese Perspektive schafft Orientierung und Sinn.
  4. Handlungsplan gestaltenAuf Basis der bisherigen Schritte wird ein konkreter Umsetzungsplan entwickelt. Dabei geht es um kleine, realistische Schritte mit klarer Verantwortlichkeit. Wichtig ist, dass der Coachee die Maßnahmen selbst mitträgt – nur dann entsteht echte Verbindlichkeit.
  5. Erfolge feiernFortschritt bewusst wahrzunehmen, stärkt die Motivation und das Selbstbild. Schon kleine Veränderungen verdienen Anerkennung – auch (und gerade) im Remedial Coaching. Regelmäßige Reflexionsschleifen helfen, die Entwicklung sichtbar zu machen und das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit zu stärken.

Diese Kombination aus Struktur, Empathie und positiver Orientierung schafft einen Rahmen, in dem Probleme nicht nur gelöst, sondern als Entwicklungssprung verstanden werden können.

Fazit: Remedial Coaching ist kein "Reparaturmodus", sondern ein strukturierter, klarer Prozess zur Wiederherstellung von Handlungssicherheit. Durch methodisches Vorgehen, gezielte Fragen und eine konstruktive Haltung können auch schwierige Gespräche zu einem Wendepunkt werden. Der Leitfaden Dialogschwellen hilft dabei, Ursachen klarer zu erkennen und respektvolle Gespräche zu führen, die Veränderung wirklich ermöglichen.

Eine mögliche Reflexionsfrage für deine eigene Führungspraxis könnte sein: "Wo in meinem Team erkenne ich wiederkehrende Irritationen – und wie könnte ein Gespräch entlang der Dialogschwellen zur Klärung beitragen?"

2. Developmental Coaching – langfristige Entwicklung fördern

Was ist Developmental Coaching?

Hier steht nicht die schnelle Problemlösung im Mittelpunkt, sondern deine langfristige persönliche und berufliche Weiterentwicklung. Ziel ist es, bestehende Potenziale nachhaltig auszubauen. Dieser Coaching-Ansatz ist besonders hilfreich in Übergangsphasen, bei wachsender Verantwortung oder dem Wunsch, sich selbst auf einer tieferen Ebene zu verstehen und gezielt zu entfalten.

Ein prominentes Beispiel für einen Entwicklungsansatz ist das Co-Active Coaching, das besonders gut zum Developmental Coaching passt, weil es auf langfristige Transformation, persönliche Werteentwicklung und eine bewusste Lebensgestaltung abzielt, das vom Co-Active Training Institute (CTI) entwickelt wurde. Es zählt zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Modellen weltweit. Dabei wird der Mensch ganzheitlich betrachtet – mit all seinen Werten, Zielen, inneren Spannungen und Ressourcen. Anstatt Defizite zu beheben, geht es um die bewusste Gestaltung der eigenen Entwicklung.

Besonders prägend für diesen Ansatz sind:

  • Ganzheitlicher Fokus: Die Integration von Kopf, Herz und Handlung – also Denken, Fühlen und Tun.
  • Integration von Sein und Tun: Die Balance zwischen Identität und Handlung ist zentral. Es geht nicht nur darum, etwas zu erreichen, sondern auch darum, als Mensch zu wachsen.
  • Non-direktiver Stil: Coaches stellen Fragen, hören aktiv zu und regen zur Selbstreflexion an. Ratschläge werden vermieden, um die Eigenverantwortung zu stärken.

Wie läuft das ab?

Im Developmental Coaching begleitet der Coach dich mit offenen, reflektierenden Fragen, unterstützt dich bei der Entwicklung eigener Ziele und hilft dir, deine Stärken bewusst einzusetzen. Diese Begleitung ist häufig über einen längeren Zeitraum angelegt – mit kontinuierlichen Reflexions- und Anpassungsschleifen. In der Arbeit mit dem Co-Active Ansatz kann z. B. das sogenannte CPCC-Programm (Certified Professional Co-Active Coach) zum Einsatz kommen – ein von der ICF anerkanntes Modell, das vier Entwicklungsbereiche stärkt: Erfüllung, Balance, Prozessbewusstsein und Synergie.

Praktische Beispiele:

  • Eine Projektmanagerin, die erstmals ein bereichsübergreifendes Team führt, fühlt sich anfangs überfordert. Im Coaching-Prozess erkennt sie, dass ihr Bedürfnis nach Kontrolle ihrer natürlichen Empathie im Weg steht. Über mehrere Monate entwickelt sie eine neue Balance zwischen Nähe und Struktur und berichtet, wie ihr Team dadurch zunehmend eigenverantwortlich agiert.
  • Ein erfahrener Entwickler plant den Wechsel in eine Führungsrolle, zweifelt jedoch an seiner kommunikativen Kompetenz. Der Coach arbeitet mit ihm an seinem Selbstbild und integriert Rollenspiele zur Gesprächsführung. Gleichzeitig reflektieren sie, wie er seine Werte (z. B. Klarheit, Effizienz) in seiner neuen Rolle leben kann. Ergebnis: eine gestärkte Identität als Führungskraft mit authentischem Stil. Dies zeigt sich im Alltag unter anderem durch klarere Kommunikation, ein ruhigeres Auftreten in Konfliktsituationen und die positive Rückmeldung von Kolleg:innen zur gewachsenen Präsenz und Klarheit in Meetings.
  • Ein junger Geschäftsführer sucht nach mehr Erfüllung in seiner Arbeit, obwohl das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich ist. Im Coachingprozess mit Co-Active Methoden entwickelt er eine Vision, die über Profit hinausgeht: soziale Verantwortung, Mitarbeitereinbindung und Innovationskultur. Dies verankert er in strategischen Initiativen wie der Einführung regelmäßiger Innovationsworkshops, der Etablierung einer teamübergreifenden Feedbackkultur und der Entwicklung partizipativer Entscheidungsprozesse – mit messbarem Einfluss auf die Zufriedenheit und Innovationsrate im Team.

Praxisbeispiel:

In meinem Artikel über „Role Prompting“ zeige ich, wie du verschiedene Perspektiven einnehmen kannst, um deine Kommunikationskompetenz langfristig auszubauen. Dieser Ansatz entspricht der Entwicklung einer tiefergehenden, bewussten und nachhaltigen Kompetenz.

Anwendungsbereiche von Developmental Coaching:

  • Berufliche Rollenveränderung oder Aufstieg in Führungspositionen
  • Persönliche Reifungsprozesse und Werteklärung
  • Aufbau von Selbstwirksamkeit und innerer Klarheit
  • Persönlichkeitsentwicklung durch Perspektivenvielfalt und Selbstreflexion

Fazit:

Developmental Coaching bietet dir die Möglichkeit, dich in einem geschützten Rahmen mit deiner Zukunft zu beschäftigen. Du könntest dir zum Beispiel die Frage stellen: "Was ist ein Bereich in meinem Leben oder meiner Arbeit, in dem ich wachsen möchte – nicht weil es nötig ist, sondern weil ich bereit dafür bin?" Es geht um Selbstwirksamkeit, Klarheit, Werte und innere Ausrichtung – nicht um das Lösen von Symptomen, sondern um ein bewusst gestaltetes Wachstum. Besonders wenn du das Gefühl hast, dass in dir „mehr steckt“, kann dieser Coaching-Ansatz der richtige Wegbegleiter sein.

3. High-Performance Coaching – Maximierung deiner Leistung

Was ist High-Performance Coaching? In meiner Arbeit begleite ich Menschen, die bereits auf einem hohen Leistungsniveau agieren – etwa Führungskräfte, Gründer, Expertinnen oder Künstler. Typischerweise bringen sie Fragen mit wie: "Wie kann ich meine Stärken noch gezielter einsetzen?", "Wie bleibe ich klar und souverän in wachsender Komplexität?" oder "Wie finde ich eine Ausrichtung, die Leistung mit Sinn verbindet?" – Führungskräfte, Kreative, Unternehmer\:innen –, und die sich fragen: Wie kann ich mein volles Potenzial noch bewusster entfalten? Wenn du nicht aus einem Mangel heraus, sondern aus innerem Antrieb heraus an dir arbeiten möchtest, dann ist dieser Ansatz vielleicht genau das Richtige für dich. Es geht nicht nur um Effizienz oder Output, sondern um persönliche Klarheit, mentale Stärke und die Fähigkeit, in komplexen Situationen souverän zu agieren.

Das Modell von High Performance Coaching In meinem Handout Coaching Competence habe ich ein Modell beschrieben, das sich an den Ansätzen von Michael Breen und Ed Percival orientiert. Es basiert auf zwei ineinandergreifenden Zirkeln:

  • Der äußere Zirkel umfasst die Phasen RichtungAuswahl und Erfolge. Hier geht es um Struktur: Wo willst du hin, welche Optionen stehen dir zur Verfügung – und wie machst du messbar, was für dich "Erfolg" bedeutet?
  • Der innere Zirkel richtet sich auf deine innere Welt: MotivationGlaubenssätze und Ressourcen. Als Coach achte ich besonders auf ungenutzte Potenziale, innere Widerstände und förderliche Denkstrukturen, die deine Entwicklung beeinflussen.

Wie läuft das konkret ab? Wir starten häufig mit einem „Glimpse of Brilliance“ – einem Moment, in dem du bereits einmal exzellente Leistung erbracht hast. Diese Erinnerung ist mehr als ein Erfolgserlebnis: Sie ist ein Fenster zu deiner Kraft. Von dort aus arbeiten wir mit deinen Werten, deinem inneren Antrieb und formulieren daraus handhabbare, motivierende Ziele. Ich nutze dabei gerne das A-I-Z-Modell – also Ausmaß, Inhalt und Zeitrahmen –, um Ziele präzise zu formulieren. Zum Beispiel: Statt "Ich will meine Kommunikation verbessern" heißt es dann "Ich möchte meine Präsentationen vor dem Team (Inhalt) auf eine Weise gestalten, dass ich mich dabei sicher und klar fühle (Ausmaß) – und das innerhalb der nächsten drei Monate (Zeitrahmen)." (Ausmaß – Inhalt – Zeit) und gezielte Sprachmuster, um dein Denken zu weiten.

Praktische Instrumente, mit denen ich arbeite:

  • Zielklärung mit SMART-Kriterien oder "wohlgeformten Zielen"
  • Wertearbeit zur Stärkung deiner inneren Ausrichtung
  • T.O.T.E.-Modell zur Selbstregulation von Verhalten
  • 360° Feedback zur Erweiterung deiner Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Kreative Perspektivwechsel zur Entwicklung strategischer Optionen

Zwei Beispiele aus meiner Praxis: Ein erfahrener Vertriebsleiter wollte seine Marktposition neu beleben. Gemeinsam haben wir eine vergangene Erfolgskampagne analysiert und daraus nicht nur eine Strategie, sondern eine neue Haltung entwickelt. Über seine zentralen Werte – Innovation, Exzellenz, Wirkung – formulierte er eine klare Vision: Aufbau eines neuen Kundensegments in drei Etappen. Die Umsetzung verfolgten wir strukturiert, mit Reflexionsschleifen und gezieltem Ressourcenmanagement.

Eine andere Klientin, Gründerin eines erfolgreichen Start-ups, kam mit der Frage: "Wie bleibe ich handlungsfähig, wenn es außen und innen komplex wird?" Über die Arbeit mit ihren Glaubenssätzen und Prioritäten entstand eine neue Führungskultur – mit delegierten Verantwortlichkeiten und einer wöchentlichen persönlichen Reflexionszeit. Ihr Fazit: mehr Klarheit, weniger Erschöpfung.

Verbindung zur Praxis: In meinem Blogbeitrag 38 Prompts- Eine ausführliche Einarbeitung in die Kommunikation mit Large Language Model’s, beschreibe ich, wie KI-basierte Sprachmodelle wie dieses genutzt werden können, um Coachingprozesse nicht nur zu unterstützen, sondern eigenständig zu reflektieren, weiterzudenken und neue Perspektiven zu entwickeln. Es fasziniert mich zutiefst, dass ich meine eigene Methodik, meine Fragen und meine Haltung in ein Sprachmodell überführen kann, das du jederzeit nutzen kannst – sei es zur Selbsterkenntnis, zur Weiterentwicklung oder einfach, um deine Gedanken zu ordnen. Was früher ein Gespräch im Coachingraum war, kann heute in einer bewussten Dialogform mit einem LLM stattfinden – inspiriert, strukturiert und ganz individuell.

Dabei entstehen hybride Coaching-Impulse: Du kannst dir deine Gedanken laut machen lassen, Rollen wechseln, Reframing trainieren oder Zielbilder entwerfen – und das, wann immer du willst. Für mich ist das ein Ausdruck von High-Performance-Mentalität: Technik mit Haltung verbinden. Selbstführung und KI treffen sich in einem neuen Lernraum.

Mein Fazit für dich: High-Performance Coaching bedeutet nicht, dich immer weiter zu "optimieren". Es geht darum, dein Denken zu verfeinern, deine Energie gezielter einzusetzen und mit größerer Klarheit zu handeln. Frag dich: Wo in deinem Leben läuft es gut – und wie könntest du genau dort gezielt weiterbauen? Als erste Übung lade ich dich ein, deine persönliche "Zone der Wirksamkeit" zu identifizieren: Nimm dir zehn Minuten Zeit und notiere drei konkrete Situationen aus der letzten Woche, in denen du dich kraftvoll, souverän oder inspiriert gefühlt hast. Was genau hast du dort getan? Was davon willst du öfter erleben – und was könntest du schon morgen bewusst wiederholen? – und was wäre möglich, wenn du genau dort weiter ansetzt? Ich begleite dich gern auf diesem Weg.

Fazit und Entscheidungshilfe

Alle drei Coaching-Ansätze haben ihre Berechtigung – welcher am besten zu dir passt, hängt von deinen aktuellen Bedürfnissen ab. Remedial Coaching unterstützt dich bei konkreten Schwierigkeiten, Developmental Coaching begleitet dich bei langfristigen Wachstumsprozessen, und High-Performance Coaching hilft dir, auf höchstem Niveau dein Potenzial voll auszuschöpfen.

Ich hoffe, dieser Überblick erleichtert es dir, den für dich passenden Weg zu finden. Vielleicht magst du dir im Anschluss eine Frage mitnehmen: Wo in deinem Alltag spürst du gerade das größte Entwicklungspotenzial – und was wäre ein erster kleiner Schritt, um es zu aktivieren?, den für dich passenden Weg zu finden. Auf meinem Blog Dialoglabor findest du noch viele weitere Praxisbeispiele, die dir zusätzliche Einblicke in die Welt der wirksamen Kommunikation und Coaching-Arbeit bieten.